SdK 80: Michaela Maria Hintermayr über Suizid

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By Daniel Meßner. Discovered by Player FM and our community — copyright is owned by the publisher, not Player FM, and audio is streamed directly from their servers. Hit the Subscribe button to track updates in Player FM, or paste the feed URL into other podcast apps.
Suizidales Verhalten gilt in vielen Gesellschaften seit Jahrhunderten als moralisch verwerflich und wurde lange Zeit kriminalisiert. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde Suizid als Phänomen zunehmend mit Hilfe der Kategorie Geschlecht erklärt und rückte in den Fokus der neu entstandenen Soziologie. Das spiegelt sich dementsprechend in statistischen Analysen wider: Die Mehrzahl der Suizide werden von Männern begangen, die sich mit "harten" Methoden, wie Schusswaffen, das Leben nehmen. Die "weichen" Methoden, wie Gift, hingegen werden von Frauen bevorzugt. Die Historikerin Michaela Hintermayer untersucht den Zusammenhang zwischen suizidalem Verhalten und Geschlechtlichkeit. Sie erklärt, warum Suizid von Frauen häufig pathologisiert wurde, in dem körperliche Erklärungen für ihr Verhalten herangezogen wurden, während der Suizid von Männern als ernsthaftes, gesellschaftliches Krisensymptom interpretiert wurde.

Chapters

1. Intro und Begrüßung (00:00:00)

2. Erkenntnisinteresse: Suizid und Geschlecht (00:02:56)

3. Quellen (00:06:15)

4. Suizid und Statistiken (00:09:14)

5. Hat Suizid ein Geschlecht? (00:16:56)

6. Suizidmethoden (00:20:39)

7. Diskursanalyse (00:22:23)

8. Gegenwärtige Diskussionen (00:25:21)

9. Fazit (00:29:09)

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