„Früher habe ich mich auf der Schaafenstraße sicherer gefühlt“: Cologne-Pride-Veranstalter im Gespräch

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By KStA, Kölner Stadt-Anzeiger, Sarah Brasack, Anne Burgmer, Kölner Stadt-Anzeiger, Sarah Brasack, and Anne Burgmer. Discovered by Player FM and our community — copyright is owned by the publisher, not Player FM, and audio is streamed directly from their servers. Hit the Subscribe button to track updates in Player FM, or paste the feed URL into other podcast apps.
Sarah Brasack unterhält sich im Podcast „Talk mit K“ jede Woche mit interessanten Menschen aus Köln.

Die Cologne Pride, die größte Pride-Veranstaltung in Europa, hat am Samstag begonnen und geht bis zum 5. September. Höhepunkt ist die CSD-Parade am Sonntag. Zentral gehe es beim CSD um politische Forderungen und erst danach ums Feiern, erklären Hugo Winkels und Uwe Weiler in „Talk mit K“. Weiler ist Geschäftsführer, Winkels Pressesprecher des Vereins Kölner Lesben- und Schwulentag, der den Cologne Pride ehrenamtlich organisiert. Forderungen, die nicht nur an den Berliner Bundestag gerichtet sind, sondern auch an die Kölner Politik: Nachdem es auf der Schaafenstraße am 11. Juli einen homophoben Angriff gegeben hat, bei dem ein Autofahrer einen 34-Jährigen vorsätzlich angefahren hat, müsse die Schaafenstraße zum safe space für die queere Community werden, sagt Uwe Weiler. Homophobe Beleidigungen und Übergriffe seien in Köln längst keine Einzelfälle mehr. „Früher habe ich mich auf der Schaafenstraße sicherer gefühlt.“ Insbesondere seit der Pandemie kämen aber immer mehr „strunzbesoffene“ Menschen von den Ringen auf die Schaafenstraße. „Da ist die Stimmung manchmal sehr geladen.“ Vorrübergehende Absperrgitter für Gastronomen seien keine Lösung. „Wir fordern, dass die Schaafenstraße an den Wochenenden verkehrsberuhigt beziehungsweise für Autos gesperrt wird – und zwar dauerhaft.“ Es gebe kaum Orte in Köln, wo sich queere Menschen sicher fühlen könnten. „Eine Transperson muss auf der Zülpicher Straße Angst haben, einen auf die Mappe zu bekommen.“ Auch bis zur gesetzlichen Gleichberechtigung sei es noch ein weiter Weg. „Warum darf ich kein Blut spenden?“, thematisiert Weiler einen Aspekt, bei dem er sich als homosexueller Mann diskriminiert fühlt. „Ich habe viele heterosexuelle Freunde, die ein wesentlich ausschweifenderes Sexualleben haben als ich.“ „Wir müssen nicht nur dafür kämpfen, dass Stadien bunt werden, sondern auch dafür, dass die Menschen verstehen, worum es hier geht: um Menschenrechte“, ergänzt Hugo Winkels. Die AfD bereite ihnen Sorge, der Ton sei rauer geworden. „Wir müssen aufpassen, dass uns die erkämpften Rechte nicht wieder verloren gehen“, sagt Weiler. Die beiden plädieren im Podcast-Talk aber auch dafür, im Umgang mit Fehlern geduldig zu sein. Nicht jeder Fußball-Fan, der homophobe Lieder mitsinge, wolle damit bewusst jemanden verletzen. Klare Ansprachen seien dennoch unbedingt erforderlich.

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