Wird die Kölner Brauchtumszone zur Problemzone, Guido Cantz?

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Guido Cantz tritt seit 30 Jahren im Kölner Karneval auf. Der Komiker und Moderator wollte dieses Bühnenjubiläum eigentlich groß feiern. Aber Corona hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch nun wird ganz Köln zur Brauchtumszone. Er findet er zwar gut, dass deshalb ein bisschen Karneval gefeiert werden kann, macht sich aber auch Sorgen. „Ich habe Angst, dass daraus eher eine Problemzone wird“, sagt Cantz. Er teilt auch die Einschätzung von Henriette Reker nicht, Kneipenkarneval sei ja keine Tanzveranstaltung. „Davon auszugehen, dass die Leute irgendwo sitzen und sich vielleicht noch mit Abstand unterhalten, ist natürlich absoluter Wahnsinn.“

Cantz spricht über die Herausforderung, bei einer Sitzung einen ganzen Saal zu unterhalten: „Man muss es schaffen gegen Handys und gegen Kellner, die ihren Job machen, anzuwitzen. Das ist in den letzten drei Jahrzehnten deutlich schwieriger geworden.“ Und man müsse mehr darauf achten, welche Witze man noch machen könne. Sensibel zu werden für Themen wie Bodyshaming sei gut, aber „bei Humor bekommt irgendjemand eine Torte ins Gesicht, über irgendjemand wird gelacht.“

Neben dem Karneval ist die Kirche eine weitere Konstante im Leben des 50-Jährigen. „Ich glaube, dass der liebe Gott auf mich aufpasst.“ Mit der katholischen Kirche hadert er dennoch im Moment sehr. „Wie Kardinal Woelki mit der Kritik umgeht, ist katastrophal. Das ist ein ganz schlechtes Krisenmanagement. Für mich gibt es da nur eine Schlussfolgerung: Dass er zurücktritt, auch um ein gutes Zeichen zu setzen.“

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