Einsamkeit und Einswerden - Eine Hochzeitspredigt

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Eins. Eins werden. Eins bleiben. Was heißt das denn eigentlich? Gestern durfte ich die Hochzeit von einem guten Freund feiern. Man kann sie nachhören, wenn man den Link folgt. Hier einmal einige Grundgedanken: Der Mensch ist alleine im Garten Eden. Er erfährt dort seine radikale Einsamkeit. Er ist nicht wir ein Baum. Noch wie ein Stein. Nicht ein Ding, das man verzwecken kann. Er ist Herr über sich selbst. Er kann über sich selbst bestimmen. Sein tun ist eben nicht einfach Resultat von biologischen Prozessen. Er ist nicht der Sklave von Erwartungen und Ideologien und Umständen. Er ist frei. Und gerade das macht ihn liebesfähig. Aber eben auch liebenswürdig. Dann passiert was ganz merkwürdiges. Eva steht vor Adam. Nackt. Das Paradigma von Frausein. Aber Adam deutet in seiner Reaktion nicht auf das was sie körperlich unterscheidet. Aber nicht aus Naivität. Nicht, weil er keine Ahnung was Eva für ihn bedeuten wird. Sondern, weil er fähig ist, sie mit einem wahrhaft liebenden Blick zu betrachten. Er ist fähig SIE und nicht nur ihren Körper wahrzunehmen. Oder besser, er nimmt sie wahr mittels ihres Körpers. Und deswegen deutet er hin auf das, was ihnen gemeinsam ist, ihr gemeinsames Menschsein. Mit anderen Worten, er sieht Sie, Eva. Sie ist für ihn nicht ein Objekt, ein Ding, ein Mittel zu seiner eigenen Befriedigung. Er kann sie annehmen als Geschenk. Er nimmt sie an nicht als etwas, das ihm zusteht, sondern als jemand, der ihm geschenkt wird, der sich ihm schenkt. Und dieses Geschenk stellt eine Frage an seine Freiheit. Wie wird er darauf reagieren? Wird er nach ihr greifen oder sich beschenken lassen? Wenn er nach ihr greift, heißt das, dass er nicht mehr nein sagen kann. Und wenn er nicht mehr nein sagen kann, dann ist sein "ja" zu ihr bedeutungslos. Denn Liebe setzt Freiheit voraus. "Muss" hat in der Liebe keinen Platz. Sein Einsamkeit wird aber durch seine Begegnung mit Eva nicht aufgehoben. Diese Einsamkeit verschwindet nicht wenn Adam heiratet. Er bleibt alleine mit seiner Entscheidung für sie. Und sie mit ihrer Entscheidung für ihn. Und wenn die Beziehung nicht in eine Abhängigkeit verfallen soll, dann muss das auch so bleiben. Man kann sich nur schenken, wenn man sich selbst besitzt. Wenn man zur Gabe seiner selbst nicht gezwungen ist. Ein letztes. Einsamkeit greift noch an einer viel tieferen stelle ein. Für sich den anderen haben zu wollen ist der beste Weg ihn zu verlieren. "Ich bin dein und du bist mein." Ja. Aber im letzten gehörst du mir doch nicht ganz. Sondern Gott. Und daher, wie Edith Stein einmal erinnerte, jemand für Gott zu gewinnen ist der beste Weg ihn für sich selbst zu erhalten. Anzuerkennen, dass der er andere in erste Stelle Gott gehört, nicht mein Besitztum ist, wird der beste Garant dafür sein, dass ich den Anderen nicht mit den eigenen Erwartungen erdrücke. Seine Freiheit respektiere. Einswerden kann. #Einswerden #Hochzeit

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